Erstmals in ihrem jungen Leben genossen jetzt 22 nordirische Jungen Bergluft tief im Schoß der Erde. Zum krönenden Abschluss ihrer einwöchigen Deutschlandreise ging es in Steinebach mit einem zünftigen „Glückauf“ von Gästeführer Edwin Christ auf Entdeckungstour ins Besucherbergwerk Grube Bindweide.

Maßgebliches Ziel der Reise ins Rheinland war zwar das Beflügeln der Sprachkenntnisse im Rahmen des Deutschunterrichts, doch auf dem „Wochendienstplan“ standen namhafte Besuchsziele und Attraktionen im Großraum Koblenz. „Aber der Besuch eines echten Bergwerks ist für uns etwas ganz Neues“, freute sich im Steinebacher Grubenstollen die Deutschlehrerin Marion Lübbeke. Sie stammt aus Hannover, lebt und arbeitet bereits seit vielen Jahren in Nordirland. „Das ist doch viel besser, als bloß in Büchern über den großen deutschen Bergbau zu lesen“, hieß es euphorisch im Kreis der 12- bis 13-jährigen Schüler vom Sankt Columb`s College Derry in Nordirland.

Text und Foto: Joachim Weger
Im Steinebacher Besucherbergwerk Bindweide kann ab sofort „gesprengt“ werden. Die neue Attraktion, eine elektro- und computertechnisch ausgeklügelte Sprengsimulation, bringt das Felsgestein tief unter Tage scheinbar zum Brennen. Es leuchtet und knallt im harten Fels, dank eines speziellen Ausbildungsprojekts, an dem sich drei Firmen beteiligt haben. „Das ist eine einzigartige Bereicherung, die wir uns lange gewünscht und erträumt haben“, freuten sich jetzt übereinstimmend beim erfolgreichen Probelauf der Anlage die 79-jährigen Team-Senioren Werner Becker und Harald Will.

Seit der jüngsten Info-Jahresfahrt des Bindweide-Teams war die simulierte Sprengung vor den Augen der Bergwerksbesucher - jedenfalls im Wunschdenken - beschlossene Sache. Das blieb natürlich nicht dem Geschäftsführer des Bindweider Fördervereins Konrad Schwan verborgen, der sich fortan für die ehrenamtliche Belegschaft stark machte. Auf der Suche nach Fachleuten für Elektrotechnik, Mechanik und Automatisierung wandte sich Schwan mit einem frohen „Glückauf“ zunächst an Steinebachs Firma WEZEK. Deren Geschäftsführer Peter Klein fand das Anliegen derart spannend und interessant, dass er es zu einer Art Herzensanliegen machte und die gewünschte Unterstützung zusagte. Recht bald schon wurde dort zum Anliegen „Sprengen“ ein Azubi-Projekt auf die Beine gestellt. Im Dienst an der guten Sache konnte auch Simon Sack gewonnen werden, der mit seinem Betrieb Refraktion-Lightdesign die Projektleitung übernahm. Alsbald hatte er die Technik projektiert und programmiert sowie die Anlage in Betrieb genommen.

Als Informatikstudent arbeitet Sack schon seit geraumer Zeit für WEZEK. Unter anderem betreut er auch ein Technologieprojekt der Firma Montaplast in Betzdorf. Als er mit deren technischem Serviceleiter Frank Weitershagen das Projekt „Sprengen“ besprach, sagte dieser ebenfalls spontan zu, mit der Ausbildungsabteilung von Montaplast das Steinebacher Projekt zu unterstützen. Technisch gesehen besteht die jetzt in Betrieb genommene Sprengsimulation aus drei Komponenten: Steuerungseinheit, Lampen und Lautsprecher für den audio-visuellen Effekt. Das Herzstück sind zwei Computerplatinen Ein Computer ist zuständig für die Ansteuerung und Wiedergabe des Audiosignals, der andere steuert die Lichtanlage. Da in Bergwerken ein extrem feuchtes und damit ein ungünstiges Klima für technische Gerätschaften ist, müssen diese wasserdicht und resistent gegenüber hoher Luftfeuchtigkeit sein. So wurden für Ton- und Lichtwiedergabe Lautsprecher und LED-Lampen einer hohen IP-Schutzklasse ausgewählt.

Wegen der Sicherheit sind die Computer in einem beheizbaren und dichten Schaltschrank verbaut. Für die Sprengsimulation wurde ein kleines Computerprogramm von rund 450 Codezeilen geschrieben, welches den Ablauf, die Wiedergabe von Licht und Ton automatisiert koordiniert. Um nun unter Tage eine Sprengsequenz zu starten, betätigt der Bergführer einen Schalter und löst damit die komplette Steuerung von Ton und Licht gemäß festgelegter Reihenfolge aus. Nach erfolgter „Sprengung“ fährt die Anlage nach etwa 14 Sekunden in den Startmodus zurück.


Foto: - Als würde das Gebirge brennen: Eine Sprengsimulation ist die neue Attraktion in Steinebachs Besucherbergwerk „Bindweide“.

Text und Foto: Joachim Weger
Anfang Oktober tourt die Kinder- und Jugendfilmtour zum bereits 12. Mal durch RLP und macht am 13. Oktober in Steinebach an der Sieg Station. Die Jugendpflege der VG Betzdorf-Gebhardshain lädt in das Besucherbergwerk Grube Bindweide ein, wo der Film „Boxtrolls“ gezeigt wird.

Das Konzept von Popcorn im Maisfeld: An außergewöhnlichen Orten in ganz Rheinland-Pfalz können junge Filmfans unvergessliches Aktionskino erleben und Popcorn knuspern.
Vom 01. bis zum 13. Oktober 2018 werden zum jeweiligen Ort passende Filme auf großer Leinwand gezeigt: „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ auf der Jugendburg Neuerburg oder „Pettersson und Findus“ in der Scheune des Hofs Salscheid in Singhofen. 32 Kinoveranstaltungen wird es in Kooperation mit der Jugendarbeit vor Ort geben. Filmerlebnisse an kinolosen Orten vermitteln und dabei zugleich die pädagogisch begleitete Filmarbeit in RLP beleben – das ist „Popcorn im Maisfeld“.

Begleitet werden die Filmvorführungen deshalb von Spiel-, Bastel- und Erlebnisaktionen wie einer Märchenerzählerin, Feuerwehr-Wasserspielen oder der Führung druch ein Miniaturmuseum. Der Film in Steinebach an der Sieg: „Boxtrolls“ Nachts, wenn es dunkel geworden ist, wagen es die Bürger der Stadt Cheesebridge nicht mehr ihre Häuser zu verlassen. Aus gutem Grund. Denn dann treiben die Boxtrolls ihr Unwesen. Diese unbegründete Angst kommt dem Trolljäger Archibald Snatcher gerade recht, der behauptet die Stadt vor der drohenden Trollplage beschützen zu können. Doch sind die Boxtrolls wirklich so gefährlich wie Archibald die Menschen glauben lassen will?

Passend zum Film werden kleine Boxtrolls gepastelt. Der Eintritt ist frei. Anmeldung ist erforderlich (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Das Projekt von medien.rlp wird gefördert und unterstützt von dem Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz und der Stiftung Medien Kompetenz Forum Südwest.

Nähere Informationen zum Gesamtprogramm: www.kinderfilmtour.de
Wo kann man im AK-Land der Hitze entfliehen und zudem die Freizeit sinnvoll genießen?

Eine plausible Antwort auf diese zentrale Frage derzeitiger Wetterlaunen fand die Rhein-Zeitung jetzt in Steinebachs Besucherbergwerk „Grube Bindweide“. Allein am Samstag fuhren 52 Besucher aus nah und fern mit der ratternden Grubeneisenbahn ins Bergwerk ein und gingen tief unter Tage auf Entdeckungstour. Dabei stand längst nicht nur das Interesse an der bergbaulichen Historie im Vordergrund. Auffällig ist es nämlich, wenn ein Hitzerekord den nächsten jagt, dass zahlreiche Bindweide-Besucher vor allem den ungewöhnlich hohen Temperaturen entfliehen wollen.

„Wir haben die Hitze-Schmerzgrenze erreicht und brauchen dringend Abkühlung“, gestand zum Beispiel eine Familie aus Bonn offen und ehrlich ein. Eine Besuchergruppe aus Dillenburg bezeichnete sich selbst sogar als Wetterflüchtlinge. Aber auch viele Westerwälder sagten den heimischen „Backofen-Temperaturen“ ade und fuhren ins kühle Bergwerk ein. Ganz zu Recht kündigten die Gästeführer vom Bindweide-Team vorsichtshalber schon bei der Stolleneinfahrt einen schweren Sturz an, womit einzig und allein ein Temperatursturz von gut 20 Grad gemeint war. „Das Thermometer ist derzeit unser wirksamstes Werbeschild“, hieß es unter Tage wörtlich. Dabei schätzen alle Beteiligten die natürliche Bewetterung im Stollen, also die Klimaanlage von Mutter Natur. Mit diesen Vorteilen aber nicht genug. Die konstante zehn Grad kühle Bergluft bringt zwar Abkühlung und Erfrischung.
Aber als starker Faktor kommt in dem anerkannten Steinebacher Heilstollen noch die Reinheit der natürlichen Luftströme hinzu, was sich insgesamt günstig auf den menschlichen Organismus auswirkt. Ebenfalls sorgt das klare Grubenwasser für Begeisterung. Während sich draußen in freier Natur jede Blume und jeder Grashalm nach einem Tropfen Wasser sehnt, ist unter Tage der Wasserfluss trotz aller Sorgen um Knappheit nach wie vor in Schuss.

Seit Einstellung der Erzförderung 1931 auf der alten Zeche Bindweide wurde das untertägige Grubengebäude mit den Schächten, Stollen und Gängen komplett geflutet. Der auf diese Art und Weise entstandene gut 500 Meter tiefe Grundwasserspeicher blieb bis heute erhalten.

Foto: - Viele „Hitzeflüchtlinge“ genießen derzeit kühle Bergluft in Steinebachs „Grube Bindweide“. Auch Gästeführer Simon Gier (vorne rechts) schätzt die reine Grubenluft.

Text und Foto: Joachim Weger
Foto: In der „Grube Bindweide“ lasen jetzt Bergbauautor Achim Heinz (von links), Heimatverein-Vorsitzender Konrad Schwan, Landrat Michael Lieber sowie Bürgermeister Bernd Brato aus dem Roman „Tagesbrüche“. Foto: Joachim Weger

Das Steinebacher Besucherbergwerk „Grube Bindweide“ stand am Samstag im besonderen Zeichen von Kunst und Kultur, und zwar gleich im doppelten Sinne. Besucher und Leseratten gaben sich buchstäblich die Klinke in die Hand. Während nämlich am späten Nachmittag die regulären Gästegruppen ihre Entdeckungstouren unter Tage beendeten, fuhren rund 25 weitere Bergbau- und Heimatfreunde zur neuen „Schicht“ ins Bergwerk ein. „Ein frohes Glückauf zur Lesung“, hieß es schon bei der Abfahrt der Grubenbahn. Nach 450 Metern ebenerdiger Fahrt war der Bahnhof „Pulverkammer“ erreicht. Dort, im früheren Sprengstofflager der 1931 geschlossenen Eisenerzzeche, fand jetzt erstmals in dieser Art eine Autorenlesung statt.
Bergbauautor Achim Heinz (60), langjähriger Leiter des Kreis-Bergbaumuseums in Herdorf-Sassenroth, hatte zur Lesung aus seinem Roman „Tagesbrüche“ eingeladen. Dem vierköpfigen Team der Vortragenden gehörten zudem Landrat Michael Lieber, Bürgermeister Bernd Brato sowie Kreisheimatverein-Vorsitzender Konrad Schwan an. Trotz solch hochkarätigen Vorzeichen war für die Zuhörer nicht allein die Zusammenstellung des Leser-Quartetts spannend, sondern auch die Auswahl des ungewöhnlichen Leseraums, der sich etwa 50 Meter unter der Erdoberfläche befindet. „Örtlichkeit und Sachthema passen hier perfekt zusammen“, schwärmte eine Zuhörerin. Gewiss kann sich der etwas beengte Raum, der ansonsten für Hochzeiten unter Tage sowie für die Heilstollen-Therapie genutzt wird, größenmäßig nicht mit Bürgerhäusern oder Stadthallen messen. Dafür aber, vielleicht gerade deswegen, bietet die einzigartige Atmosphäre in natürlich-gesunder Bergluft den Reiz des Besonderen. „Klein, aber fein“, lobte ein Besucher. Hin und wieder kullern Wassertropfen, und das echte Felsgestein erinnert an die schwere Arbeit der Erzväter von einst. Genau daran knüpft der Roman „Tagesbrüche“ an, aus dem Achim Heinz und seine drei Mitstreiter jetzt ausgewählte Leseproben zum Besten gaben.

Text: Joachim Weger


„Das Thema Eisen und Stahl verbindet seit eh und je den Westerwald mit dem Siegerland!“ Dieses Fazit zogen jetzt ehemalige Stahlwerker beim Besuch im Bergmanns- und Museumsdorf Steinebach.
Seit gut fünf Jahren hat sich der 15-köpfige „Club der Ehemaligen“ unter Leitung von Manfred Weller (Wilnsdorf) auf die Fahne geschrieben, die Erinnerung ans Berufsleben wachzuhalten und den Zusammenhalt der früheren Beschäftigten durch sinnvolle Freizeitaktionen zu stärken. Immerhin können die meisten „Ehemaligen“ auf jahrzehntelange Arbeit in der Abteilung für Instandhaltung im Geisweider Walzwerk zurückblicken. „Dort schafften wir mit sehr viel Teamgeist, und zwar Westerwälder und Siegerländer gleichermaßen“, hieß es nun beim Besuch in Steinebach.

Die jetzige Jahresinfotour hatte Dieter Fabig (2. von links) aus Limbach organisiert. Mit einem frohen „Glückauf“ begann die Einfahrt ins Besucherbergwerk „Grube Bindweide“ (Foto), wo man dem vertrauten Rohstoff Eisen buchstäblich auf den Grund ging. Ebenso im örtlichen Westerwaldmuseum für Motorrad und Technik gab es Altbewährtes zu bestaunen. Vor allem die nostalgischen Zweiräder mit dem imposanten Drumherum erinnerten an die beschwerlichen Fahrten zur alten Arbeitsstelle.

Text und Foto: Joachim Weger
Im Besucherbergwerk „Grube Bindweide“ sind ja seit gut 30 Jahren unzählige Vereine und Clubs aus aller Herren Länder, noch dazu mit den unterschiedlichsten Zielsetzungen und Planungen, schon zu Gast gewesen. Aber erstmals kam jetzt der Fanclub eines namhaften Bundesligisten zur Bindweide, um tief unter Tage quasi in eigener Sache auf Spurensuche zu gehen. Der Schalke-Fanclub „Null vier Wiesbaden“ spannte kurzerhand im Grubenbahnhof sein Banner auf, grüßte mit einem zünftigen „Glückauf“ und sang obendrein zum Erstaunen des Stollenteams das sogenannte Steigerlied - und zwar komplett und textsicher. „Wir möchten hier mehr über die reiche bergmännische Tradition unserer Schalker Gründerväter erfahren“, sagte Clubvorsitzender Andy Kollang.
Bekanntlich liegen die Wurzeln der Schalker 04-Fußballer ja in den Gruben des Ruhr-Reviers. Um der Welt der Bergknappen nun einmal auf den Grund zu gehen, suchte man in Wiesbaden an entsprechenden Möglichkeiten. Da der Fanclub jetzt ohnehin einen Tagesausflug in den Westerwald organisiert hatte, war die Einfahrt in die alte Erzgrube Bindweide beschlossene Sache. „Gott sei Dank ist unser Geschäftsführer Konrad Schwan heute nicht hier, denn der ist großer Bayern-Fan“, hieß es scherzhaft im Bindweide-Team.

Text u. Foto: Joachim Weger
Um die schwere Arbeit, vor allem aber um Frohsinn und Humor der Erzknappen, drehte sich jetzt alles beim Besuch des deutschen Moderators, Autors, Humorist und Schauspielers Pierre M. Krause im Bergmannsdorf Steinebach. Der für seinen trockenen Humor und schräge Gesten bekannte Show-Moderator befand sich mit einem Fernsehteam auf Dreh-Tour für die neue Beitragsreihe „Pierre M. Krause Show“, die voraussichtlich im April als klassische 30-minütige Late-Night-Show im SWR ausgestrahlt wird. „Absurd, schlagfertig und schräg“, heißt es in einer Note. Eigentlicher Zielpunkt der jüngsten Tour war jetzt das Besucherbergwerk Grube Bindweide, wo die Gäste mit Petra Stockschläder und Werner Becker vom Förderverein mal zur etwas anderen „Schicht“ anfuhren. Treue Begleiter in Steinebachs Untertagewelt waren während der gut zweistündigen Führung amüsante Beobachtungen, schrille Fragen und heitere Gespräche. Sogar ulkige Streiche, für die damals trotz schwerster Arbeit immer noch Zeit blieb, kamen zur Sprache. Auf der Suche nach interessanten Menschen, tollen Stories sowie allerlei Berufen und Hobbys tourt der 40-jährige Moderator aus Karlsruhe durch ganz Deutschland. Bei seinem Besuch im Westerwald sollte nun der Bergbau als typischer Faktor im Mittelpunkt stehen. „Der Beitrag soll humorvoll und unterhaltsamen werden“, lautete der Wunsch des Fernsehteams.

Text und Foto: Joachim Weger